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PETG-Druck – Fehlerbehebung

PETG Printing Troubleshooting

PETG ist ein starkes und leicht flexibles 3D-Druckerfilament, das im Vergleich zu anderen 3D-Druckfilamenten wie ABS einfacher zu drucken ist. Das macht es jedoch nicht immun gegen Probleme. Dieser Artikel behandelt die Behebung typischer PETG-Druckprobleme wie Stringing, Haftung der ersten Schicht, schwache Schichthaftung, Düsenverstopfung und raue Oberflächen. Viel Spaß!

PETG Stringing

The string on PETG model

Der Faden auf dem PETG-Modell

Stringing ist ein sehr häufiges Problem beim Drucken mit PETG-3D-Druckfilament und wird als dünnes Filament definiert, das sich über den Spalt des Drucks erstreckt. Stringing tritt auf, wenn die geschmolzene Schicht PETG aus der Düse sickert, während sich die Düse in eine nicht druckende Richtung bewegt. Dies kann aus einer Reihe von Gründen geschehen, wie z. B. falsche Rückzugseinstellungen, übermäßige Hitze oder die Umgebung.

Was verursacht PETG Stringing und wie man es behebt

  1. Hohe Drucktemperatur: PETG-Filament hat bei höheren Temperaturen einen guten Fluss, mit dem Nachteil, dass es zu übermäßigem Auslaufen kommt.
    Lösung: Senken Sie die PETG-Drucktemperatur auf 220–240 °C, abhängig von Ihrer Filamentmarke und Ihrem Drucker. Testen Sie in Schritten von 5 °C, um den optimalen Punkt zu finden, an dem die Extrusion glatt und ohne Stringing ist.
  2. Falsche Rückzugseinstellungen: Unzureichender Rückzugsabstand oder langsame Rückzugsgeschwindigkeit führen dazu, dass geschmolzener Kunststoff nicht in die Düse zurückgezogen wird, wodurch er während der Bewegung austritt.
    Lösung: Stellen Sie den Rückzugsabstand auf 5–8 mm und die Rückzugsgeschwindigkeit auf 40–50 mm/s ein. Passen Sie diese in kleinen Schritten in Ihrem Slicer (z. B. Cura, PrusaSlicer) an und testen Sie mit einem Stringing-Testmodell.
  3. Langsame Düsenfahrgeschwindigkeit: Wenn sich die Düse zu langsam über offene Bereiche bewegt, kann geschmolzenes PETG austreten und Fäden bilden.
    Lösung: Erhöhen Sie die Fahrgeschwindigkeit in nicht-druckenden Bereichen auf 100–200 mm/s oder höher. Aktivieren Sie „Z-Hop“ (Z anheben) in Ihrem Slicer, um die Düse während der Bewegung leicht anzuheben (0,2–0,5 mm), um ein Schleifen zu verhindern. Beachten Sie, dass Z-Hop die Druckzeit geringfügig erhöhen kann.
  4. Feuchtes Filament: Die vom PETG aufgenommene Feuchtigkeit wird während des Druckvorgangs zu Dampf und führt zu erhöhtem Auslaufen und Stringing.
    Lösung: Trocknen Sie das Filament mit einem Filamenttrockner oder im Ofen bei 60–70 °C für 4–6 Stunden. Lagern Sie das Filament in einem verschlossenen Behälter mit Trockenmittel, damit es keine Feuchtigkeit wieder aufnimmt.
  5. Schlechter Zustand der Düse: Eine verschlissene oder schmutzige Düse kann zu inkonsistenter Extrusion und Leckagen führen.
    Lösung: Sie können die Düse mit einer Drahtbürste reinigen und/oder einen Kaltzug mit Reinigungsfilament durchführen. Möglicherweise möchten Sie die Düse ersetzen, wenn sie verschlissen oder beschädigt ist.

PETG Probleme mit der ersten Schichthaftung

Die erste Schicht jedes erfolgreichen PETG-3D-Druckfilamentvorgangs ist die wichtigste, die richtig gemacht werden muss. Es ist besonders wichtig bei PETG, dass Sie eine gute Betthaftung erzielen. Wenn die erste Schicht nicht gut auf der Bauplatte haftet, riskieren Sie Verzug und Curling sowie, dass der Druck möglicherweise vollständig von der Bauplatte fällt und der Druck frühzeitig im Prozess zerstört wird.

Failed PETG first layer with warping and adhesion issues

Fehlgeschlagene erste PETG-Schicht mit Verzug und Haftungsproblemen

Häufige Ursachen und Lösungen für PETG-Probleme der ersten Schicht

  1. Falsche Düsenhöhe (Z-Offset): Wenn die Düse zu niedrig ist, kann das Filament zu stark gequetscht oder sogar vom Bett abgekratzt werden. Wenn sie zu hoch ist, haftet das Filament nicht richtig an der Druckoberfläche und kann zu Unterextrusion in der ersten Schicht führen. 
    Lösung: Um dies zu beheben, können Sie einfach das Bett neu nivellieren und den Z-Offset richtig kalibrieren, um die erste Schicht so zu quetschen, dass sie glatte und lückenlose Linien bildet. Verwenden Sie auch einen Testdruck der ersten Schicht zur Feinabstimmung.
  2. Unzureichende Betttemperatur: Ein kaltes Bett reduziert die Haftung, während ein zu heißes „Elefantenfuß“ (Ausbauchung an der Basis) verursachen kann.
    Lösung: Stellen Sie die PETG-Betttemperatur auf 80–90 °C ein, abhängig vom Filament- und Betttyp. Testen Sie in Schritten von 5 °C, um Über- oder Unterhaftung zu vermeiden.
  3. Verschmutztes Bett: Staub, Öle oder Filamentreste verhindern eine ordnungsgemäße Haftung.
    Lösung: Reinigen Sie die Bauplatte vor jedem Druck mit Isopropylalkohol (70 %+) oder warmem Seifenwasser.
  4. Kühllüfter zu früh eingeschaltet: Frühes Abkühlen führt zu schnellem Schrumpfen und verhindert eine ordnungsgemäße Verbindung mit dem Bett.
    Lösung: Deaktivieren Sie den Kühllüfter für mindestens die ersten 2–5 Schichten, damit das Filament die optimale Temperatur behält und richtig haftet.
  5. Ungünstige Druckumgebung: Zugluft oder niedrige Umgebungstemperaturen führen zu ungleichmäßiger Kühlung und Verzug.
    Lösung: Verwenden Sie eine Einhausung oder einen Zugluftschutz, um eine stabile Umgebung bei etwa 20–25 °C aufrechtzuerhalten.
  6. Geringe Kontaktfläche der ersten Schicht: Kleine oder scharfkantige Drucke können nicht gut genug am Bett haften.
    Lösung: Fügen Sie einen Skirt zum Priming der Düse, einen Brim (5–10 mm) zur Vergrößerung der Kontaktfläche oder „Mausohren“ an den Ecken hinzu, um ein Ablösen zu verhindern.
  7. Inkompatible oder verschlissene Bettoberfläche: Einige Oberflächen können zu glatt sein oder mit der Zeit abgebaut werden.
    Lösung: Tragen Sie eine dünne Schicht Klebestift, Haarspray oder Betthaftmittel auf Glas auf. Ersetzen Sie abgenutzte PEI-Platten oder rauen Sie diese leicht mit feinem Sandpapier (z. B. 2000er Körnung) auf.

PETG schlechte Zwischenschichthaftung

Die Zwischenschichthaftung bestimmt die strukturelle Festigkeit eines gedruckten Objekts, und das Potenzial von PETG für eine starke Schichtbindung kann durch falsche Einstellungen oder unsachgemäße Filamenthandhabung untergraben werden. Wenn sich die Schichten nicht richtig verbinden, können Teile unter minimaler Belastung entlang der Schichtlinien reißen. Dies beeinträchtigt nicht nur die Funktionalität, sondern macht die Drucke auch anfälliger für mechanisches Versagen.

PETG 3D print showing poor layer adhesion and cracking

PETG 3D-Druck zeigt schlechte Schichthaftung und Rissbildung

Ursachen für schwache Schichtbindung und wie man sie behebt

  1. Niedrige Drucktemperatur: Unzureichende Hitze verhindert das richtige Schmelzen und die Verbindung zwischen den Schichten.
    Lösung: Erhöhen Sie die PETG-Temperatur um 5–10 °C innerhalb des Bereichs von 220–240 °C, um den Fluss und die Verbindung zu verbessern. Testen Sie schrittweise, um Stringing zu vermeiden.
  2. Übermäßige Kühlung: Hohe Lüftergeschwindigkeiten oder frühes Abkühlen verfestigen PETG zu schnell, was die Schichtfusion reduziert.
    Lösung: Deaktivieren Sie den Lüfter für die ersten 2–5 Schichten und verwenden Sie dann nur 10–30 % PETG-Lüftergeschwindigkeit für Überhänge oder Brücken. Kleine Modelle benötigen möglicherweise etwas mehr Kühlung (bis zu 50 %) für feine Details.
  3. Schnelle Druckgeschwindigkeit: Schnelles Drucken begrenzt die Zeit für die Verbindung der Schichten.
    Lösung: Stellen Sie die Geschwindigkeit der äußeren Wand/des Umfangs auf 40–60 mm/s ein, um eine ausreichende Verbindungszeit zu ermöglichen. Passen Sie die Füllgeschwindigkeit auf 60–80 mm/s an, um die Effizienz ohne Qualitätseinbußen zu gewährleisten.
  4. Unterextrusion: Falsche Fluss- oder Linienbreiteneinstellungen führen zu einer unzureichenden Filamentablagerung.
    Lösung: Überprüfen Sie die E-Steps (Extruderschritte pro mm) mit einem Kalibrierungstest. Passen Sie die Flussrate im Slicer auf 95–98 % an oder etwas höher (103–105 %), wenn das Problem der Unterextrusion weiterhin besteht.

PETG Düsenverstopfung

Für diejenigen von uns, die mit PETG drucken, können Düsenverstopfungen oder -blockaden ein sehr häufiges und frustrierendes Problem sein. Es kann zu Unterextrusion, übersprungenen Schichten und sogar zu einem vollständigen Druckfehler führen. PETG ist im geschmolzenen Zustand ein ziemlich klebriges Material und kann an der Düse haften bleiben, wenn es bei Temperatur druckt. Wenn das Filament im kühleren Bereich der Düse abzukühlen beginnt, kann dies zu teilweisen oder vollständigen Stillständen führen.

3D printer nozzle clogging causing under-extrusion and rough surface finish

Düsenverstopfung

Häufige Ursachen für PETG-Düsenverstopfungen und Lösungen

  1. Hohe Drucktemperatur: Übermäßige Hitze führt dazu, dass das Filament bei falscher PETG-Düsentemperatur verkohlt.
    Lösung: Reduzieren Sie die Drucktemperatur auf 220–240 °C, um die Verkohlung zu minimieren.
  2. Niedriger Z-Offset: Das Schleifen der Düse am Druck erzeugt Gegendruck, was zu Verstopfungen führt.
    Lösung: Stellen Sie sicher, dass die Düse die richtige Höhe hat, um ein Schleifen am Druck zu vermeiden. Verwenden Sie einen Test der ersten Schicht zur Bestätigung.
  3. Filamentreste: Geschmolzenes PETG haftet an der Düse und verbrennt, wodurch Verstopfungen entstehen.
    Lösung: Überprüfen Sie die Düse vor und nach dem Druck. Reinigen Sie sie im heißen Zustand mit einer Drahtbürste oder führen Sie einen Kaltzug durch, um Rückstände zu entfernen. Ersetzen Sie die Düse, wenn Verstopfungen bestehen bleiben.

PETG raue Oberfläche

Eine raue oder inkonsistente Oberfläche sieht nicht nur schlecht aus, sie kann auch auf weitere Probleme mit der Extrusion oder eine nicht optimale Filamentqualität hinweisen. Klumpen, Pickel oder fadenförmige Texturen auf äußeren Schichten können hauptsächlich auf Überextrusion, feuchtes Filament oder eine variable Temperatur zurückgeführt werden.

3D printed object with rough surface

3D-gedrucktes Objekt mit rauer Oberfläche

Ursachen und Lösungen für raue PETG-Oberflächenqualität

  1. Überextrusion: Zu viel Filamentfluss oder die Düse zu nah am Bett erzeugt Klumpen, Pickel oder ungleichmäßige Schichten.
    Lösung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Extruder kalibriert ist, indem Sie die E-Steps überprüfen und die Slicer-Flussrate zwischen 95-98% einstellen. Drucken Sie einen einwandigen Würfel, um sicherzustellen, dass dies genau ist.
  2. Niedriger Z-Offset: Eine zu niedrige Düsenhöhe führt dazu, dass das Filament übermäßig gequetscht wird, was zu wulstigen Schichten und Artefakten führt.
    Lösung: Erhöhen Sie den Z-Offset leicht, damit die Düse glatte, gleichmäßige Linien ohne übermäßigen Druck legen kann.
  3. Feuchtes Filament: PETG-Filament kann manchmal Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, was zu Blasen, ungleichmäßigem Fluss und Defekten an den Oberflächen oder Konturen von Drucken führen kann.
    Lösung: Versuchen Sie, PETG im Ofen zu trocknen oder einen Filamenttrockner zu verwenden, um die Feuchtigkeit zu entfernen. Lagern Sie Ihr Filament außerdem in einem luftdichten Behälter mit Silikagel, wenn es nicht verwendet wird.

Fazit

Bei der Fehlerbehebung beim PETG-Druck müssen Sie eine systematische Methodik entwickeln. Es gibt Probleme, die Sie berücksichtigen sollten: Stringing, Haftung und Zwischenschichtbindung, Verstopfungen und raue Oberflächen. Diese Probleme erfordern mehrere Anpassungen an Temperatur, Rückzug, Kühlung und Bettheizung. Mit der richtigen Einstellung und Prüfung werden Ihre PETG-Drucke konsistent und mit ausgezeichneter Qualität gedruckt.